Digitalkamera: Welche Funktionen braucht man?
Es gibt eine Reihe typischer Situationen, in denen man Digitalkamera einsetzt, aber nicht jedes Modell ist für alle Verwendungszwecke gleich gut geeignet. Die unterschiedlichen Anwendungen stellen an die Funktionen der Kamera ganz verschiedene Ansprüche.
Im Urlaub: Ein ganz entscheidendes Kriterium bei Urlaubskameras ist die Speicherkapazität, die in erster Linie von der Größe der verwendeten Speicherkarte abhängt. Wer viel Speicher möchte, kann sich natürlich mehrere Karten anschaffen. Allerdings sind manche Speicherkarten, obwohl die Preise in den letzten Jahren sehr gesunken sind, nicht ganz billig. Man kann aber auch über Alternativen nachdenken. Eine elegante Lösung ist zum Beispiel eine Zwischenspeicherung der Bilder auf einem anderen Speichermedium, etwa einem USB-Stick, was unter Umständen auch weitere Vorteile hat.
Daheim und unterwegs: Eine Kamera, die in allen Lebenslagen als ständiger Begleiter dabei ist, sollte leicht und kompakt sein, damit sie beispielsweise in einer Gürteltasche verstaut werden kann. Für diesen Vorteil muss man allerdings in mancher Hinsicht ein paar Abstriche machen: Der Blitz einer solchen Kamera ist so nah am Objektiv und so winzig, dass es bei Personenaufnahmen mit Sicherheit zu den unschönen roten Augen kommt. Das kann man allerdings mit einem Bildbearbeitungsprogramm später wieder weitgehend entfernen. Bei einer solchen Alltagskamera braucht man allerdings keinen besonders großen Wert auf eine hohe Auflösung zu legen, denn die Bilder werden den Weg in ein Fotoalbum oder Fotobuch nur in seltenen Fällen finden. Zum Ansehen am Bildschirm ist eine Auflösung von zwei Megapixel absolut ausreichend, so dass man eine solche Kamera sehr günstig bekommen kann.
Repro und Dokumentation: Unkompliziert und schnell lassen sich mit einer Digitalkamera zum Beispiel Fahrpläne, Schriftstücke und Bedienungsanleitungen ablichten. Außerdem kann man ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand ganze Arbeitsabläufe in einzelnen Schritten festhalten und dokumentieren. Dabei muss die verwendete Digitalkamera für die Aufnahme auch feinster Details mindestens auf 20 Zentimeter Abstand, besser noch weniger, scharf fokussieren können und sollte über eine Auflösung von mindestens zwei bis vier Megapixel verfügen. Gelegentlich kann es hilfreich sein, wenn die Kamera einen Blitzschuh oder eine Synchronbuchse besitzt, damit ein externer Blitz für eine gleichmäßigere Ausleuchtung angeschlossen werden kann. Für eine Reproduktion von gedruckten Texten ist ein einstellbarer Schwarzweißmodus nützlich, der außerdem noch Speicherplatz spart. Für Reprozwecke sollte man auf eine Verzeichnungsfreiheit des Objektivs achten, damit im Bild nicht gerade Linien gekrümmt erscheinen. Kameras mit einem sehr großen Zoombereich machen in dieser Hinsicht nicht immer eine gute Figur. Um aus geringer Entfernung dreidimensionale Gegenstände zu dokumentieren, ist die Schärfentiefe, die Digitalkameras besitzen, sehr vorteilhaft. Die Videoaufnahmefunktion, die sehr viele Kameras bieten, kann für eine Dokumentation sehr hilfreich sein, vor allem, wenn die Kamera zusätzlich Tonaufnahmen gestattet. Eine hohe Qualität kann man von solchen Filmchen allerdings nicht erwarten.
Spezialeinsätze: Wenn die Kamera über ein zusätzliches Filtergewinde, ein Gewinde außen um das Objektiv herum, so kann man auch bei Digitalkameras Effekt- oder Farbfilter und Weitwinkel- sowie auch Telekonverter verwenden. Damit ergeben sich viele spannende Einsatzmöglichkeiten. Mit einem passenden Adapter kann die Kamera beispielsweise sowohl an ein Teleskop als auch an ein Mikroskop angeschlossen werden. Das ermöglicht spektakuläre Aufnahmen.
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