Heute möchte ich euch ein Interview mit dem Fotoblogger Jochen vorstellen. In seinem Blog fotokulisse.de beschäftigt er sich mit den verschiedensten Themen der Fotografie. Bevor ich hier jetzt groß aushole, lest selbst.

Jochen, magst du dich den Lesern einfach mal kurz vorstellen?
Mein Name ist Jochen Müller, ich bin Jahrgang 1969, glücklich verheiratet und habe mit meiner lieben Frau zwei Kinder. Beruflich betrachtet bin ich in der Welt der Automatisierungstechnik zu Hause und in einem großen Chemiekonzern tätig.

Seit wann fotografierst du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Wenn ich die Knipserei auch als Fotografie betrachte, bin ich bereits seit frühem Kindesalter dabei. Mein Vater schenkte mir damals eine gebrauchte manuelle Voigtländer Kamera, natürlich noch mit analoger Technik. Da der Film, das Entwickeln und das Ausbelichten noch relativ teuer war und meine Eltern die Kosten übernahmen, habe ich schon früh gelernt, nicht nur einfach draufzuhalten, sondern mir Gedanken um das Motiv und die Bildgestaltung zu machen. Für die Fototechnik habe ich mich aber noch sehr wenig interessiert. Das kam im Grunde erst Ende 2008, als ich mir die erste digitale Spiegelreflexkamera kaufte und mich nicht mit den Motivprogrammen beschäftigen wollte, sondern auch zu verstehen versuchte, was Blende, Verschlusszeit, Lichtempfindlichkeit bewirken kann und wie man damit gestalterisch umgeht.

Hast du dir alles selbst beigebracht oder Seminare, Kurse, eine Ausbildung oder ein Studium absolviert?
Bei der VHS in Wuppertal habe ich ca. ¼ Jahr nach dem Kauf der DSLR einen Einsteigerkurs für digitale Spiegelreflexfotografie besucht. Der Kurs war gut, aber ich wusste eigentlich schon alles was dort vermittelt wurde, da ich vorher das Internet intensiv zum Lernen und Verstehen genutzt habe und sicherlich auch einer der wenigen bin, die sich das Handbuch der Kamera komplett durchgelesen haben. So besuchte ich im Anschluss noch zwei weitere Kurse der VHS zum Thema Portrait- und Objekt-Fotografie, welche mehrwöchig im Atelier eines Fotografenmeisters stattfanden. Diese Kurse haben mir einiges gebracht, unter anderem gute und nette Kontakte, welche ich mitunter heute noch pflege. Des Weiteren habe ich auch noch diverse Workshops besucht, vorrangig im Bereich der People-Fotografie.

Welcher Bereich der Fotografie inspiriert dich und welchem widmest du dich am meisten?
Die People-Fotografie mag ich sehr und versuche mich dort auch immer tiefer einzuarbeiten. Leider fehlt mit oftmals die Zeit, aber oft sind auch gute Locations im Umfeld Mangelware. Spannend finde ich auch Langzeitbelichtungen, hier kann man sich auch schön austoben.

Warum gerade dieser Bereich, was ist daran so inspirierend und spannend?
Das Arbeiten mit Menschen ist schon sehr interessant, da man sein Model anweisen muss, um seine Bildidee bestmöglich umsetzen zu können. Der kommunikative Part kann zudem sehr angenehm und fröhlich sein, bedarf natürlich einer gewissen Distanz, insbesondere wenn man sein Model vorher nicht kannte.

Optimierst du deine Bilder nach dem Shooting noch am PC?
Wer macht das nicht? Ja, ich fotografiere grundsätzlich im RAW-Modus und muss daher zunächst mit dem RAW-Konverter ran. Je nach Bild und Model (oder Motiv) bearbeite ich mehr oder weniger. Eine Regel gibt es hier aber nicht.

Wie und Wo präsentierst du deine Fotos?
Vorrangig präsentiere ich meine Bilder im Web. Zu nennen sind da die Fotocommunity, die Model-Kartei, Flickr und natürlich das Portfolio auf meinem FotoBlog fotokulisse.de. Aber ich habe auch schon auf zwei Ausstellungen mitgewirkt. Zum einen auf der WOGA 2010 in Wuppertal, zum anderen auf der mehrwöchigen Ausstellung „Klassische Aktfotografie 2010“ in der Zentralbibliothek in Remscheid. Des Weiteren habe ich eine Künstler-Sammelmappe im Format DIN A3, in welcher ich einige meiner Model-Fotos präsentiere. Natürlich hängen zu Hause auch unterschiedliche Fotoprodukte an der Wand.

Was hältst du von Fotobüchern und den Möglichkeiten bei deren Erstellung?
Fotobücher finde ich heutzutage sehr wichtig. Insbesondere sehe ich hier themenbezogene Einsatzmöglichkeiten, wie zum Beispiel Urlaubserinnerungen, Fotosafaris, Hochzeiten und andere Fotoserien mit dokumentarischem Hintergrund.

Wie baust du deine Fotobücher auf – chronologisch, thematisch oder gemixed?
Bislang habe ich nur ein Fotobuch erstellt, welches chronologisch aufgebaut war. Darin waren Urlaubserinnerungen von mehreren Urlauben an der See untergebracht. Die anderen Fotobücher behandelten immer ein spezielles Thema, wie beispielsweise einen USA-Urlaub oder eine Städtetour durch Barcelona.

Welches sind deine Lieblings-Fotobuchanbieter?
Ich kenne bislang nur einen und das ist CeWe. Ich habe mit diesem Anbieter mein erstes Fotobuch erstellt und war anschließend mit der Qualität und dem Service so zufrieden, dass ich gar nicht erst einem weiteren Anbieter die Chance gegeben habe. Jedoch habe ich momentan eine Idee, welche sich aufgrund des Sonderformates vielleicht nur mit dem PocketBook von Ifolor realisieren lässt.

Fotoalbum oder Fotobuch: Was ist dir lieber?
Mit Fotoalbum meinst du sicherlich das klassische Buch mit leeren weißen Seiten, welches man mit ausbelichteten oder ausgedruckten Bildern füllen muss? ;) Solange man keine Lust hat, sich mit der Software zum Erstellen eines Fotobuches zu beschäftigen, bleibt einem wohl keine andere Wahl. Professioneller und nicht unbedingt teurer als ein Fotoalbum ist jedoch ein Fotobuch.